Der BH - eine kleine Kulturgeschichte

Oft führt er ein Schattendasein.
Unter Kleidung versteckt und in Wäscheschubladen geknüllt mit zahllosen Anderen seiner Gattung.
Er wird verwunschen weil er zwickt, der zu lange Träger von der Schulter rutscht oder womöglich ein Körbchen Falten wirft.
Aber eigentlich rankt sich um den BH ein kleiner Mythos.
Die Suche nach dem perfekten BH ist ein vielbeschriebenes Thema und erst, wenn man selbst mal ein richtig gut sitzendes Prachtexemplar erwischt hat, verraten die Reaktionen der Freundinnen, dass sie selbst ähnliche Sorgen plagen.

Bei einem so urweiblichen Thema verwundert es nicht, dass das erste Patent auf einen Büstenhalter 1889 von einer Frau angemeldet wurde, der Französin Herminie Cadolle.
Schon in der Antike hatten Frauen auf Sportveranstaltungen frühe Vorläufer des BHs getragen, einfache Brustbinden, um einen männlicheren Eindruck zu hinterlassen.
Einen männlicheren Eindruck ?
Hier lässt sich der wohl prägnanteste Unterschied im Vergleich zur heutigen Zeit erkennen: heute dient der BH alleine der Stabilisierung und Formgebung der weiblichen Brust und ganz sicher schmücken viele Modelle die Trägerin ungemein.
Ende des ersten Weltkriegs zog der BH übrigens bereits weit mehr Frauen an als das mittlerweile als unbequem und unzeitgemäß empfundene Korsett.
Anfang der 1930er Jahre wurde in den USA das Standardgrößen-System (mit A-, B-, und C-Körbchen), das uns noch heute gut bekannt ist, erstmalig eingeführt.

Man kann also mit Recht behaupten, dass der BH auch ein Ausdruck der weiblichen Identität im Wandel der Zeit ist.
Heute bietet der Markt eine solche Vielfalt an BHs für alle erdenklichen Anlässe und in so vielen verschieden Formen und Designs, dass es Einem fast schwindelig werden kann:
vom beliebten Bügel-BH (der ältesten Form des BHs), über bequeme bügellose Modelle, von trägerlosen BHs, bis hin zu Funktionswäsche, Push Ups, die wattiert das Brustvolumen optisch vergrößern und Minimizern, die durch geschickte Nahtsetzung und Formgebung einen gegenteiligen Effekt erzielen.

Sexy und elegante Lingerie-Teile von Herstellern wie Passionata oder Lascana lassen weibliche Herzen, und die ihrer männlichen Bewunderer, höher schlagen.
Oft sind hier edelste Stoffe, Spitzen, Satin und Rüschen zu wahren Kunstwerken vereint, der die Rundungen der Trägerin effektvoll in Szene setzt.
Praktische, eher sportliche Modelle z.B. von Bee Dees präsentieren sich in frischen Trendfarben und sind so beliebt, weil sie alltagstauglich und durch den Baumwoll / Elasthan-Mix bequem und pflegeleicht sind.
Liebhabern des Extravaganten seinen Labels wie Vive Maria und Pussy Deluxe ans Herz gelegt.
Die frechen, ja sogar ein bisschen provokanten Modelle sind absolut hip und ebenfalls regelrechte kleine Kunstwerke.

Egal wonach man sucht, Eines sollte schon vorher klar sein: der BH sollte gut sitzen.
Kokettieren mit dem Gardemaß 75 B mag zwar beliebt sein, zu einem passenden Einkaufsergebnis und befriedigenden Tragerlebnis führt es aber nur selten.
Besser sollte man sich beim Messen der Unterbrustweite und dem Erfassen des Brustumfangs von einer Fachverkäuferin helfen lassen.
Anhand einer festgelegten Größentabelle erfährt man dann seine korrekte BH-Größe. Ob der BH, z.B. von Pussy Deluxe, auch gut sitzt kann man am besten in einem Ladengeschäft ausprobieren oder in einem Online Shop der keine Versandkosten berechnet.

 

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